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Glokale Strategien gegen den Klimawandel

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Translation by:

Selina Glaap

Gesellschaft

Vor kurzem hat Hawaii beschlossen, bis 2045 nur noch erneuerbare Energien zu verwenden. Die Nachricht kam 4 Monate nachdem sich der US-Senat geweigert hatte, den negativen Einfluss des Menschen auf den Klimawandel anzuerkennen. Ironisch, dass ein Staat im Alleingang agiert, während die USA weiter debattieren, ob der Klimawandel von Menschenhand verursacht wurde.

Seit 20 Jahren liegt das Glück unseres Planeten schon in den Händen der Politiker. Das heißt konkret: Die Zukunft unserer Umwelt ist von Menschen abhängig, die nur ein zeitlich begrenztes Machtmandat haben, um zu beweisen, dass sie wiedergewählt werden sollten. 

Von Rio 1992 bis Kopenhagen 2009 brachten internationale Klimaverhandlungen häufiger Enttäuschungen als konkrete Entwicklungen, obwohl die Wissenschaftsgemeinde unaufhörlich vor den Folgen des Klimawandels warnt.  

Ist es also an der Zeit zu fragen, ob der Klimawandel und die damit verbundenen Umweltprobleme nicht besser mit lokalen Initiativen auf Gemeindeebene bekämpft werden sollten? Der nationalen und internationalen Politik fällt es ja augenscheinlich sehr schwer, konkrete Maßnahmen gegen eines der dringlinchsten Probleme unserer Zeit anzustoßen. 

Umweltpolitik: unabdinglich aber nicht ambitiös

Costa Rica hat dieses Jahr den Test gemacht und an 75 Tagen nur erneuerbare Energien verwendet. Dänemark plant bald 100%-ig auf saubere Energien umzusteigen. Doch so nötig und innovatif sie auch sind, es handelt sich noch immer um sehr seltene Initiativen auf nationaler Ebene. Die meisten Länder der Welt sind noch Lichtmeilen von einer Klimapoltiik entfernt, die den Planeten auf längere Sicht retten könnte. 

Im Dezember 2015 sollen die Länder beim Cop21-Gipfel in Paris erneut gemeinsame Klimawandelziele bis 2030 stecken und eine weltweite Strategie ausarbeiten. In Europa haben Regierungen aber aktuell mit einer Vielzahl von Themen zu tun, wie zum Beispiel Arbeitslosigkeit, die Wirtschaftskrise oder Einwanderungsprobleme. Dies sind Themen, die eine unmittelbare Aufmerksamkeit benötigen und, sollten sie effizient in Angriff genommen werden, schnelle Resultate bringen können. 

Weiterhin ist es schwierig, Bürger, Politiker, Geschäfte und andere Interessengruppen an Bord des Hochgeschwindigkeitszugs für eine zukunftsträchtigere Klimapolitik zu bringen. In Frankreich beispielsweise wollte die Regierung 2010 eine Kohlenstoffsteuer für umweltverschmutzende Unternehmen einführen. Das Projekt wurde aber nach den Lokalwahlen, in denen die politische Mehrheit schlecht abschnitt, gestoppt. Französische Unternehmen sagten: " Wir sind erleichtert, besonders für die Industrie, die diese neue Wettbewerbssituation nicht unterstützt hätte. Und täglich grüßt das Murmeltier.

 

Lokal denken, global agieren

Auf lokaler Ebene ist das Beispiel von Hawaii dennoch kein Einzelfall. Auf der ganzen Welt gründen lokale Projekte oder Gemeinden nachhaltige Initiativen, um die Umwelt zu schützen. Das funktioniert und geht obendrein auch richtig schnell. Warum nur?

Die Initiativen werden auf Gemeindeebene, auf nachbarschaftlicher Ebene oder kommunaler Ebene gegründet. San Francisco hat zum Beispiel den Verkauf von Plastikwasserflaschen in der Stadt verboten und reduziert so den Abfall in den Mülldeponien. Außerdem ist, wenn eine lokale Umweltinitiative gegründet wird, weniger Verwaltungsaufwand und Fremdfinanzierung nötig.

In Dänemark verwendet die Insel Samsø bereits seit 2004 nur noch erneuerbare Energien. Mindestens 1 von 10 Bürgern besitzt Anteile an den vielen Windkraftanlagen der Insel. Der Energiegewinn ist so hoch, dass der Überschuss sogar an den Kontinent verkauft werden kann.

Sind die Menschen bereit, eher vor der eigenen Türe zu investieren? Die Vervielfachung und Unterstützung lokaler Aktionen gegen den Klimawandel birgt auf jeden Fall die Möglichkeit, gegen die Umweltkatastrophe, der wir unseren Planeten täglich aussetzen, anzukämpfen. Obendrein steigt dadurch die Bürgerbeteiligung in wichtigen Entscheidungsprozessen über ihre Zukunft.

Translated from Local initiatives or national policies: what's best for our planet?