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22@: Barcelona von seiner menschlichen Seite

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Translation by:

Leonie Müßig

Gesellschaft

Seit Jahren arbeitet Barcelona an einem Modell zur urbanen Umutzung ehemaliger Industrieflächen. Das beste Beispiel dafür ist der Stadtteil 22@: Hier werden neue Gebäude auf dem Gelände des alten Industrieviertels Poblenou im Norden der Stadt errichtet. Und hier befindet sich auch „La Nave“ – eine alte Industriehalle, die für ca. 300 Personen unterschiedlichen Alters und Nationalität ein neues Zuhause darstellt. In dieser Halle leben Einwanderer aus Schwarzafrika, Rumänien, Südamerika, dem Maghreb und auch Spanier. Viele von ihnen haben eine ähnliche Geschichte zu erzählen: bis vor kurzem hatten sie ein Haus und Arbeit. Dann jedoch verloren sie ihren Job und mussten ausziehen.

Obwohl vielen der Ort nicht gefällt, haben sie beschlossen in der Lagerhalle zu bleiben, da es hier immer noch besser ist als auf der Straße. Es ist sicherer und es gibt mehr Möglichkeiten sich über Wasser zu halten. Außerdem herrscht ein gewisses Gemeinschaftsgefühl: drei Kneipen haben geöffnet, die Bewohner und Nachbarn zu vernünftigen Preisen mit Getränken versorgen. Es gibt sogar Lagerhallen, in denen das Alteisen gesammelt wird, das später an große Schrotthändler verkauft wird. Das ist einerseits praktisch die einzige Einnahmequelle für die Mehrzahl der Bewohner und gibt der Gemeinschaft andererseits Struktur und Halt.

Zu dem gnadenlosen Kampf um das finanzielle Überleben kam im vergangenen Jahr der Kampf um das Bleiberecht in ihrem Zuhause. Aufgrund der Anzeige der Familie Igelsias Baciana, Eigentümerin des Grundstücks und einer Immobilienfirma, wurde eine polizeiliche Räumung im Juli angeordnet, die aber letztendlich durch eine Richterin gestoppt wurde. 

Fotos: (cc) GroundPress

Balkon

Ein Mann schaut vom Balkon eines der Gebäude herab, die zum Komplex „La Nave“ gehören.

 (Foto: (cc) GroundPress)

Huge

Der 50-jährige Huge ist Maler und Musiker. Früher hatte er ein Segelschiff, mit dem er Rundfahrten für Touristen anbot. Sein Chef stellte die Zahlungen für den Liegeplatz ein und der Hafen von Barcelona brummte ihm eine Strafe auf. Für Huge bedeutete das den Ruin. Er war einer der ersten, die in die Lagerhalle kamen, wo er nun Platz für seine Leidenschaft hat: die Malerei.

 (Foto: (cc) GroundPress)

David

David kocht sich etwas zu Mittag in seinem Haus, während er die Nachrichten im Fernsehen sieht.

 (Foto: (cc) GroundPress)

Home sweet home

Einblick in das Zimmer eines Bewohners.

 (Foto: (cc) GroundPress)

Lebe lieber ungefährlich

Viele der Bewohner der Halle haben keine Papiere und laufen Gefahr abgeschoben oder in ein Auffangzentrum für Ausländer gesteckt zu werden. Die Polizei drohte mit einer Razzia der Ausländerbehörde während der geplanten Räumungsaktion.

 (Foto: (cc) GroundPress)

Multikulti

Bewohner von „La Nave“ lauschen aufmerksam bei einer der Versammlungen.

 (Foto: (cc) GroundPress)

Kebará

Kebará, einer der Bewohner, schreibt im Innenhof der Halle Forderungen auf Plakate.

 (Foto: (cc) GroundPress)

Leti

Leti, eine katalanische Bewohnerin der Halle, kurz vor Beginn der Demonstration durch den Stadtteil Poblenou, welche die anderen Nachbarn zu Solidarität aufrufen und den Konflikt sichtbar machen sollte.

 (Foto: (cc) GroundPress)

Versammlung

Momentaufnahme einer Versammlung.

 (Foto: (cc) GroundPress)

Poblenou

Während der Demonstration, die durch die Straßen des Viertels zum Bezirksamt von Poblenou führte.

 (Foto: (cc) GroundPress)

Industrie-Spielplatz

Blick aus einem Fenster auf eine der beiden Straßen des Komplexes.

 (Foto: (cc) GroundPress)

Feiern

Zwei Bewohner von „La Nave“ feiern die Aussetzung der Räumung und die Einstellung des Verfahrens.

 (Foto: (cc) GroundPress)

Ibrahima

Ibrahima, die sich besonders um die Lösung des Konflikts und der Aussetzung der Räumung bemüht haben, wartet vor der Halle auf eine mögliche Zwangsräumung, die schließlich nicht stattfand.

 (Foto: (cc) GroundPress)

Translated from La Nave: la Barcelona humana que no te habían contado

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