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X Apartments in Warschau: Wohnst Du noch oder spielst Du schon?

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KulturLifestyle

Nach Touren durch Deutschland, die Türkei, Venezuela und Brasilien debütiert das interaktive Theaterprojekt X-Apartments in Osteuropa unter Schirmherrschaft des Warschauer Nowy Theaters. Die Serie von Micro-Performances in Privatwohnungen gibt eine persönliche Einsicht in die Alltagsräume der polnischen Hauptstadt.

 X Apartments

Drei heterogene Warschauer Stadtteile - Mokotow, Mirow und Brodno - dienen als Kulisse für eine Reihe von Kurztheaterstücken, die in Privatwohnungen aufgeführt werden. Sie sind die Zwischenstopps für das mobile Theater-Publikum, das während der Performance Richtungsangaben durch die Stadtteile folgen muss, um zur nächsten Station zu gelangen.

Berlin, Caracas, Duisburg, Istanbul, Sao Paulo - Warschau

"X Wohnungen" wurde von dem deutschen Dramaturg Matthias Lilienthal konzipiert und bereits in mehreren europäischen und außereuropäischen Städten aufgeführt, darunter Berlin, Caracas, Duisburg, Istanbul und Sao Paulo. Die polnische Ausgabe im Juni 2010, produziert von Zuza Sikorska und dem NOWY TEATR in Zusammenarbeit mit Hebbel-am-Ufer in Berlin, war die erste Aufführung in Osteuropa.

Warschauer Zeit und Ort

Künstler, Architekten, Filmemacher, Theaterregisseure oder Musiker, die an der Interpretation des Projekts mitwirken, werden zur Schaffung einer Situation aufgefordert, die von zwei Parametern eingeschränkt wird: Zeit, da jedes Theaterstück nicht länger als zehn Minuten sein darf, und Ort, da jede Aufführung innerhalb einer vorgegebenen Privatwohnung stattfinden muss. Hier wird das Publikum von den Darstellern dazu aufgefordert, an ihren Weihnachtsvorbereitungen teilzuhaben, etwa beim Singen von Weihnachtsliedern. Die Intendantinnen sind Stefanie Peter, Anne Schulz und Joanna Warsza.

X Apartments - 1 Versicherung

Die Performer spielen oft mit den Erwartungen der Zuschauer; die Intimität der Schauplätze ermöglicht die aktive Teilnahme des Publikums an den jeweiligen Micro-Theaterstücken. In dieser Episode versucht einer der Schauspieler, den Zuschauern eine Lebensversicherung zu verkaufen.

Street Art

Straßenkunst ist seit den 1960er Jahren eine bedeutende Bewegung. Das Projekt X Apartments kehrt das Prinzip Street Art um, indem der Betrachter in die persönlichen Lebensbereiche eingeladen wird. An dieser Station bereiten die Darsteller einen Snack vor, den sie dem Publikum am Ende des Stücks freundlich anbieten.

Mirow

Mirow hat eine abwechslungsreiche Geschichte und vielfältige Topographie, darunter Spuren des jüdischen Ghettos aus dem zweiten Weltkrieg gleich neben Ruinen vergangener Epochen und imposanten Wolkenkratzern. Die sechs verschiedenen Theaterstücke, aus denen der Mirow-Teil der Performance bestand, fingen die Vielfalt des Stadtviertels ein, indem sie in unterschiedlichen Gebäudetypen aufgeführt wurden. Dieses Vorkriegsgebäude steht in starkem Kontrast zu den gläsernen Bauten, die über das Viertel ragen.

Aufarbeitung

Einige der Vorführungen thematisieren die Geschichte und Schicksale der polnischen Hauptstadt. Im Rahmen dieses Stücks werden die Zuschauer jeweils zu zweit durch eine verlassene Wohnung geführt. Dabei werden sie über Kopfhörer mittels Poesie über Aufarbeitung und Erinnerung geleitet.

Rohre im Wohnzimmer

In einigen Fällen wurden die als Bühne genutzten Wohnungen komplett umgekrempelt. Hier haben die Darsteller Rohre im Wohnzimmer angebracht und die Fenster abgedunkelt, um die Wohnung so weit wie möglich zu verdunkeln und den Bildschirm in den Mittelpunkt des Geschehens zu rücken.

Amerikanischer Film, polnische Untertitel

Weitere Micro-Performances befassen sich mit dem Konzept von Aufführungen an sich. Hier sehen die Zuschauer einen amerikanischen Film. Ein Schauspieler liest gleichzeitig das Drehbuch auf Polnisch und schafft damit eine verwirrende Vielzahl von Schichten, auf die sich das Publikum konzentrieren muss.

Alltäglicher Voyeurismus

Den sechzehn Stücken, aus denen die drei Durchgänge von "X Apartments" bestehen, gelingt es, eine Reihe von Kunsterlebnissen zwischen direkter Beteiligung, Voyeurismus und Warschauer Alltagsleben zu schaffen. Leider konnten die knappen Besucherzahlen in Warschau die Stadtpoesie von X Apartments nicht würdigen.

Translated from X-apartments: short plays in people's homes in Warsaw