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Meet My Hood: Quartier Latin, Paris

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Es ist eines der traditionsreichsten und dazu noch das älteste Viertel von Paris. Die ausgezeichnete Lage zwischen dem fünften und sechsten Distrikt und die Nähe zur Kathedrale Notre-Dame prädestiniert dieses Viertel für Touristen. Aber das Viertel, um das es geht, ist viel mehr als das: Wegen seiner Universität, Schulen und Büchereien ist es auch ein perfekter Ort für Studierende wie Alexandra.

Das Viertel, in das wir euch heute mitnehmen, liegt auf der linken Uferseite der Seine zwischen zwei Arrondissements. Das Quartier Latin ist ein sehr lebendiger und dynamischer Ort für junge Leute, gerade auch wegen den Touristenscharen aus der ganzen Welt. Viele Schulen gibt es im Quartier Latin: lÉcole des Beaux-Arts, das Collège de France und l'ENS. Das Zentrum des studentischen Lebens findet an der Sorbonne statt, der ältesten Universität Frankreichs. In diesem Wissenszentrum konnte Alexandra im Rahmen des Europäischen Freiwilligendienstes mit Erasmus Plus für elf Monate Erfahrungen sammeln. Alexandra ist 26 Jahre alt, gebürtige Ukrainerin und Studentin der Internationalen Beziehungen und hat für den Verein Association Pavillonaise pour la Jeunesse et la Culture gearbeitet. Bei ihrer Arbeit hat sie sich hauptsächlich um die außerschulische Bildung für Kinder und Erwachsene gekümmert. Warum sie Paris gewählt hat? „Nicht nur wegen der Sprache, sondern vor allem aufgrund der lebendigen und kreativen Atmosphäre, genauso wie man sie in den Straßen des Quartier Latin spürt!“

Midnight in Paris

„Wir treffen uns hier mit anderen Freiwilligen des Erasmus-Programms: Treffpunkt ist der Brunnen an Saint Michel. Es ist der beste Treffpunkt, weil es für jeden leicht erreichbar ist und wir uns hier einfach wie zuhause fühlen.“ Die Plätze sind den ganzen Tag und die ganze Nacht voll mit Menschen: Studierende und Professoren treffen sich im Bistrot für eine Pause und schlendern neugierig durch die Gassen, in denen man viele Buchverkäufer finden kann.

Hier treffen die feinen Gerüche der französischen Küche auf die würzigen der asiatischen, griechischen und marokkanischen Küche. Man kann die Bezeichnung als Lateinisches Viertel auf das Mittelalter zurückführen, da sich zu dieser Zeit die Gelehrten im Quartier Latin in lateinischer Sprache unterhielten. 

Wir treffen Alexandra im Café La Terrasse, direkt neben dem Eingang zum Jardin du Luxembourg. „Seit ich hier bin ist das mein Lieblingsort“, erzählt die junge Ukrainerin. „Um zu lesen, Zeit zu verbringen oder einfach die Sonnenstrahlen zu genießen. Ich komme auch gern alleine und liebe es, mich vor den See zwischen die Blumen zu setzen.“ Wir treffen uns ziemlich genau im Herzen des Quartier Latin an der Abbaye Sainte-Geneviève, benannt nach der Schutzherrin der Stadt. „Für mich liegt das wahre Herz des Viertels im Place de la Sorbonne“, erklärt Alexandra ein bisschen verträumt, „mit seinen Brunnen und charakteristischen Cafés. Es ist eine eher ruhige Fußgängerzone, die in den Boulevard Saint Michel mündet. Was mich hier besonders reizt, ist der Gedanke, dass dies einer der Hauptorte der Französische Revolution war.“

Die Nachbarn

Rundherum kann man im Quartier Latin förmlich Kultur atmen. Isabelle hat sich deswegen entschieden, ihre eigene Buchhandlung L'Emoi des Mots in der rue Descartes zu eröffnen: „Diese Bücherei ist ein Lebenstraum“, bekennt die Bücherverkäuferin, „und ich erschaffe so einen Ort der Begegnung zwischen Schriftstellern, Austellern und Arbeitern, die sich mit Studierenden, Familien und Touristen vermischen. Alle werden angezogen von der Geschichte des Viertels. Also, wer hier vorbei spaziert, soll bitte reinkommen und die Freude des Lesens und Lernens entdecken!“

Auf den Wänden kann man die Namen von Schriftstellern wie Zola, Hugo, Balzac oder Fitzgerald wiederfinden, die damit ihren Weg durch das Viertel bezeugen. Darüber hinaus waren viele Häuser in den Jahren 1800 und 1900 Fluchtorte für weltberühmte Künstler. Deswegen ist das Quartier Latin wohl ein Kreativzentrum der damaligen Zeit gewesen. Aber, ist es heute immer noch so?

„Trotz der vielen Touristenläden“, sagt Alexandra mit einem Lächeln, „ist ein Spaziergang durch das Quartier Latin wie im Film Midnight in Paris von Woody Allen. Es scheint, als könnte einem jederzeit ein kluger Kopf aus früheren Zeiten über den Weg laufen! Vielleicht ist das Viertel bis heute in dieser Nostalgie hängen geblieben. Deswegen ist es auch gemacht für Personen wie mich - ein bisschen Vintage.“ Den Abend verbringt die europäische Freiwillige oft damit, in die Bücherei Shakespeare and Co zu gehen, die nur englische Bücher verkauft. Einfach um dazusitzen und die vorbeigehenden Leute zu beobachten.

Aber im studentischen Leben dreht sich natürlich nicht alles um Bücher. Alexandra findet, dass zwei Dinge das Viertel zu einem lebendigen und farbenfrohen Ort machen: Das bunte Hinundher zwischen den Crêperien der Rue Mouffetard und die sommerlichen Picknick-Abende an der Seine. „Bei diesen Gelegenheiten stecke ich mein Lesezeichen in mein Buch und lasse mich treiben. Für mich und meine Freunde ist das der Reiz des Viertels.“ Der Jardin du Luxembourg schließt seine Tore, wenn die Abenddämmerung in einem spektakulären orangefarbigen Licht heranbricht. Da wusste Alexandra: „Ich habe entschieden, dass ich nach Ende meines Europäischen Freiwilligendienstes in Paris bleiben werde. Das Quartier Latin ist auch einer meiner Beweggründe dafür.“

Wie Hemingway schreiben würde: „Wenn du das Glück hattest, in deiner Jugend in Paris leben zu können, dann wird, wenn du gehst, die Stadt für immer bei dir sein. Paris ist in sich ein Fest“. Und kann man sich bessere Feste vorstellen, als mit den Studenten im Quartier Latin um die Häuser zu ziehen?

Die Preise

Die Köpfe

Die Orte

-Shakespeare and Co (37 Rue de la Bûcherie): Eine Bücherei mit einer magischen Atmosphäre und englischsprachigen Büchern

-Salón de Té de la Gran Mezquita de París (39 rue Geoffrey Saint-Hilaire): Ein fantastischer Ort, um einen dampfend heißen Tee zu trinken (für nur 2 Euro!!) oder Süßigkeiten mit Honig. Wir empfehlen danach einen Besuch der großen Moschee

-Café Laterrasse (145 Boulevard Saint-Michel): Ein Café, in das man nach einem Spaziergang im Jardines de Luxemburgo einkehren kann

-Académie de la Bière (88Bis Boulevard de Port-Royal): Pub mit den besten Miesmuscheln und Pommes. Gute Preise und gute Bierauswahl

-College des Irlandais (65 de la rue du Cardinal Lemoine): Der Innenhof ist ein Juwel, um im Sommer das ein oder andere Buch zu lesen

-L'emoi des mots (25 rue Descartes): Kleine Bücherei, in der man aber spannende und einzigartige Bücher entdecken und sich beim Durchstöbern auf die Sofas von Isabelle setzen kann. Man fühlt sich wie zuhause! wie in einem Haus

-DOSE (73 Rue Mouffetard): Café mit überdachtem Innenhof: Arbeiten und gleichzeitig bei einem Tee entspannen.

-Cortile Brayer (22 rue Monsieur le Prince): Hier hat der Maler Yves Brayer gewohnt. Im Innenhof findet man Statuen.

-Au P'tit Grec (68 Rue Mouffetard): Hier schmecken die Crêpes so gut wie nirgendwo anders! Besser nicht mit leerem Magen hingehen, weil man ansonsten nicht mehr aufhören kann…  

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Dieser Artikel ist Teil der cafébabel-Serie Meet My Hood zu euren Vierteln in europäischen Metropolen. Hier mitmachen, wenn ihr eure Hood vorstellen wollt!

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Dieser Artikel wurde durch die Fondation Hippocrène ermöglicht.

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Translated from Meet My Hood: il Quartiere Latino

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