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Grüne Food-Apps: Gut für den Planeten und den Geldbeutel

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Translation by:

Janina Heel

Lifestyle

Was haltet ihr von einem Personal-Shopper, der sich 24 Stunden, 7 Tage die Woche um eure Lebensmitteleinkäufe kümmert? Und wenn das eine App auf eurem Smartphone wäre? Wir scheinen komplett den Überblick über den Inhalt unseres Kühlschranks verloren zu haben und können den guten alten Wocheneinkauf nur noch mit Hilfe von neuen Technologien erledigen...aber wie konnte es so weit kommen? 

Die Antwort auf diese Frage ist recht einfach. Wir müssen nur über zwei Konzepte nachdenken, von denen wir immer wieder hören - ob wir sie nun wollen oder nicht: Übermäßiger Konsum und Unterernährung. Jedes Jahr werden unglaubliche 30% der weltweit produzierten Lebensmittel (1,3 Milliarden Tonnen) weggeworfen. Gleichzeitig geht eine unglaublich große Zahl von Menschen jeden Abend hungrig ins Bett. Allein in Europa landen nach aktuellen Schätzungen jedes Jahr 100 Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll. Auch wenn einige Kampagnen aktuell auf das Problem aufmerksam machen, stehen die Zahlen noch immer für eine riesen Menge Müll, die sowohl Konsumenten als auch Produzenten zu denken geben. Genau aus diesem Grund werden zur Zeit unzählige Technologien und Apps entwickelt, die diese Zahlen reduzieren wollen.

Drei der besten Apps im Überblick

FoodKeeper ist eine neue App, die vom US-Landwirtschaftsministerium, der Cornell University und dem Food Marketing Institute entwickelt wurde. Von der App erfährt man, wie lange über 400 verschiedene Lebensmittel richtig aufbewahrt werden können. Ihr müsst euch nicht mehr länger den Kopf über Mindesthaltbarkeitsdaten zerbrechen, mit der App ist das ganz easy. FoodKeeper synchronisiert sich mit dem Kalender eures Handys, damit ihr genau wisst, wie lange jedes Teil in eurem Kühlschrank haltbar und frisch ist. Am Ende spart ihr euch damit auch eine Menge Geld. So könnt ihr euch das konkret vorstellen: Ihr kauft einen Kopfsalat, legt ihn in den Kühlschrank, gebt „Salat“ in der App ein … und das war's! Das Handy schickt dann automatisch eine Erinnerung, wenn der Salat an Frische verliert und gegessen werden sollte.

Ein anderes Beispiel ist FoodLoop, eine App, die euch hilft, qualitativ hochwertige Lebensmittel zum besten Preis zu kaufen. Die App informiert euch nicht nur über Schnäppchen in eurer Nähe, sondern auch in Echtzeit darüber, wenn ein Produkt kurz vor dem Ablauf des Haltbarkeitsdatum reduziert wird. Funktionieren tut das über ein System, das Barcodes und hinterlegte Daten prüft. Ihr könnt euch bei FoodLoop eure eigene „Wunschliste“ zusammenstellen und werdet über Angebote eurer Lieblingsprodukte auf dem Laufenden gehalten. Ihr spart euch damit nicht nur Geld, sondern helft außerdem, dass weniger Lebensmittel im Müll landen. Ihr schlagt also zwei Fliegen mit einer Klappe.

Bonn war die erste Stadt, in der Supermärkte FoodLoop unterstützen. Bis sich die App allerdings im gesamten Lebensmitteoflhandel etabliert hat, ist noch viel zu tun. Die Gründer haben sich das Ziel gesetzt, dass bis 2025 alle Supermärkte weltweit mitmachen.

Und dann gibt es noch Home Composting. Ist Gärtnern dein Ding und willst du der Welt (oder auch nur deinen Nachbarn) deinen unglaublich grünen Daumen zeigen? Dann brauchst du diese App. Sie zeigt dir, wie man mit Essensresten seinen eigenen kostenlosen Dünger herstellen kann. Wie das Ganze funktioniert? Es ist kinderleicht. Zuerst schaust du in deinen Mülleimer und vergleichst den Inhalten mit den Lebensmitteln in der App. Danach wird dir Schritt für Schritt gezeigt, wie du aus deinen Lebensmittelabfällen Kompost machst. Ungefähr 40% des durchschnittlichen Hausmülls eignen sich zum Kompostieren. Sollte also nicht zu kompliziert sein!

Eine neue Welle von Food-Apps

Das waren nur drei Beispiele neuer Technologien, die dabei helfen, Lebensmittelverschwendung zu vermeiden, aber wir könnten noch viel mehr auflisten: z.B. Green Egg ShopperFridge Pal, und so weiter. Wenn wir darüber nachdenken, wie viele Einkaufwägen voller Lebensmittel jeden Tag von Supermärkten, Restaurants und Lebensmittelketten weggeworfen werden (entspricht jährlich ca. 150,000 € pro Geschäft), können wir vermutlich besser nachvollziehen, woher das neue Interesse an Food-Apps kommt. Und wenn wir dann noch an den finanziellen Nutzen dieser Innovationen denken, müssen wir eigentlich nicht mehr weitersprechen.

Es wird geschätzt, dass 15-20% der Lebensmittelabfälle von Privathaushalten entstehen, weil Konsumenten das Mindesthaltbarkeitsdatum falsch verstehen. Ein richtiges Verständnis der Haltbarkeit von Produkten würde also enorm helfen, dass weniger Lebensmittel im Müll landen.

Glaubt es oder nicht. Jeder von uns kann im Alltag dazu beitragen, dass weniger Lebensmittel verschwendet werden. Wir können zum Beispiel unseren Essensresten ein zweites Leben geben, unseren Kühlschrank besser organisieren, mehr Essen einfrieren oder die Reste kompostieren. Und vergesst nicht, damit helft ihr am Ende dem Planeten UND eurem Geldbeutel.

Translated from The rise of green food apps: Save the planet and your wallet