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Daft Punk: Europas Elektro-Daddies

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Kultur

Daft Punk, die Meister des so genannten 'Fench Touch', bringen heute ihr neues Album "Random Access Memories" auf den Markt. Doch auch wenn es allgemein bekannt ist, dass die Franzosen seit nunmehr zwei Jahrzehnten mit ihrem ‚French Touch‘ den Planeten überschwemmen, haben auch die anderen Länder Europas ihre Vorreiter in der Elektroszene. Entdeckungstour

English touch: Roxy Music, Avant-Glam

Ich bin zu jung, um mich an die hippe, experimentelle Elektroglam-Band der Siebziger, Roxy Music, zu erinnern. Brian Eno, schon fast mit seinem Synthesizer verwachsen, hat mit seinem Top of The Pops Auftritt die Basis dafür gelegt, was wir später alle 'Elektro' nennen würden. Und das alles in einer Zeit, in der es in England so gut wie nichts Avantgardistisches gab. Nicht zu vergessen sind die Bands, die mich in meiner Kindheit der Neunziger elektrisiert haben: Aphex Twin und Prodigy, Letfield, Orbital, Pete Tong, Radiohead, Chemical Brothers, Audio Bullys und Fatboy Slim.  (Foto (cc)wikimedia)

Spanish touch: Fuel Fandango, Fusion

Fuel Fandango war zunächst erstmal eine ziemlich krasse Idee: ein Mix zwischen Rumba, Elektro und Mega-Schlagzeug. Darunter zu verstehen: ein Mix aus Funk, Flamenco und Elektrorock haben aus der spanischen Band etwas Einzigartiges gemacht. Fuel Fandango sind wohl bis heute die einzigen, die diese Formel jemals ausprobiert haben. Das Ding ist, auf Konzerten hört sich diese Mischung einfach magisch an. Der DJ wird auf der Bühne von nervösen Gitarristen begleitet, die zeitweise sogar ein fast andalusisches Parfüm versprühen. Mit nur zwei Alben ist Fuel Fandango die sensationellste spanische Elektroband der letzten Jahre.  (Foto (cc)fiestasdonostia/flickr)

Polish touch: Brodka

Brodka rockt die polnische Szene seit 2004. Zu diesem Datum hatte die Band einen der wichtigsten Musikpreise des Landes (Music Idol) abgestaubt. Der Sound von Brodka mischt Elektropop-Akzente mit Folk, kokettiert manchmal mit Rock- (jaja, auch den gibt’s in Polen) und Folk-Elementen, mit denen sie sich sprichwörtlich etabliert hat. Der Effekt aller dieser kombinatorischen Kniffe ist das Album Granda, das sich über 60000 Mal verkauft hat. Doch Brodka machen nicht halt: im letzten Jahr hat Monika den MTV EMA Award als beste polnische Künstlerin abgesahnt.  (Foto ©offizielle Facebook-Seite von Brodka)

German touch: Kraftwerk, Poesie der Autobahn

Sie werden die 'Beatles des Elektro' genannt: Die deutsche Band Kraftwerk, die 1970 gegründet wurde, gilt als Pionier der experimentellen Musik in Deutschland. Mit ihrem typischen Motorik-Sound haben die Jungs zahlreiche Neue Deutsche Welle-, Techno- und Elektro-Bands inspiriert. Im November 1974 wird ihr Titel ‚Autobahn‘ zu einem Welterfolg. Die repetitiven Melodien und minimalistischen Texte lassen den Hörer (22 Minuten lang) in die Poesie der Autobahnen abtauchen: „Wir fahrn auf der Autobahn/Die Fahrbahn ist ein graues Band, weiße Streifen, grüner Rand“.   (Foto ©offizielle Homepage Kraftwerk)

Italian touch: Giorgio Moroder, Elektromeister

"What a Feeling!" Nur wenige Leute wissen, dass hinter dem Flashdance-Hit eigentlich Giorgio Moroder, ein Italiener Jahrgang 1940 aus dem Dolomitental Val Gardena steckt -  weltweiter Botschafter elektronischer Sounds aus Italien. Drei Oskars hat er abgestaubt für Filmmusiken im Stil von Top Gun. Mit Alben wie That’s Bubblegum, That’s Giorgio hat er im Italien der 1970er Jahre eine neue Stilrichtung vorgegeben. Da auch Weltstars wie Elton John, Blondie und David Bowie auf ihn standen, hat sich Moroder den bescheidenen Traum erfüllt, und sich einen nach ihm benannten Sportwagen – den so genannten CiZeta Moroder – beschert. Nach seinem Gastauftritt auf dem letzten Daft Punk Album, arbeitet der italienische Elektromeister gerade an einem Videospiele-Soundtrack für Google Chrome.   (Foto ©offizielle Facebook-Seite von Giorgio Moroder)

French touch: Daft Punk u.a.

Ok, la French Touch c’est Daft Punk. Mais bien souvent quand ce sont les étrangers, et plus précisément les Anglais qui popularisent une expression, on oublie beaucoup d’artistes tombés pour la France. Citons volontiers Bertrand Burgalat, Cassius, Demon puis Air, The Supermen Lovers ou Sébastien Tellier. Plus récemment, il y a Justice, Breakbot, Jamaica, Château Marmont, Kavinsky, Chevalier Avant Garde. Et dans un monde plus pop, on dira que Phoenix peut très bien s’apparenter au mouvement. D’ailleurs, un membre du groupe, Laurent Brancowitz, a un temps créé un groupe de rock éphémère avec Thomas Bangalter et Guy-Manuel de Homem-Christo : Darlin’. Le peu de couverture médiatique que la musique quasi-inaudible de Darlin’ méritait a débouché sur un article écrit par un journaliste anglais qui qualifiait la formation de « daft punk » (punk idiot). Finalement, on doit beaucoup aux British. Get Lucky ? (Photo © courtoisie de la page Facebook officielle de Random Access Memories)

Ok, la French Touch geht auf die Kappe von Daft Punk, das ist nicht zu leugnen. Doch wie so oft, wenn eine Redewendung auch im Ausland verwendet wird, bleiebn oftmals viele große Künstler eines Landes auf der Strecke: Betrand Burgalat, Cassius, Demon oder Air, The Supermen Lovers oder Sébastien Tellier. Oder aktueller sogar noch Justice, Breakbot, Jamaica, Château Marmont, Kavinsky und Chevalier Avant Garde. Und in einer noch poppigeren Welt würde man sogar Phoenix mit in diese Ecke stecken. Ein Mitglied der Band, Laurent Brancowitz hat zusammen mit Thomas Bangalter und Guy-Manuel de Homem-Christo mal eine Rockgruppe namens Darlin‘ gegründet. Das bisschen Presse, das die Jungs bekamen, kam dann ausgerechnet aus Großbritannien. Der Journalist bezeichnete die Formation damals als ‚Daft Punk‘ (idiotischen Punk). Schlussendlich verdanken wir den Briten doch einiges. Get lucky?

Translated from Av. Daft Punk : les pères européens de l’electro